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Bringt den müden Darm auf Trab: Zwetschgen-Mus ganz ohne Zuckerzusatz

Jetzt beginnen in unseren Gärten schön langsam die Zwetschgen reif zu werden. Die blau-violetten, süß-sauren Früchte stellen eine wunderbare natürliche Verdauungshilfe dar. Und nachdem wir gerne experimentieren, haben wir heuer ein Zwetschgen-Mus vom Blech ganz ohne Zucker probiert. So profitieren Gaumen und Darm auch später im Jahr noch davon.

Die festen ins Kröpfchen, die überreifen ins Töpfchen

Schon beim Ernten sortieren wir nach dem Reifegrad. Feste, pralle Früchte, die nicht sofort verspeist werden, entsteinen und frieren wir ein oder verarbeiten sie sofort zu Knödeln und Kuchen. Zum Beispiel schmeckt unser essenzieller Marillen-Sauermilch-Kuchen vom letzten Blogbeitrag „Das Geheimnis vom schlanken Marillenkuchen“ auch herrlich mit Zwetschgen.

Sehr reife Früchte bzw. die, die schon am Boden liegen, verarbeiten wir zu einem fruchtigen Zwetschgen-„Konzentrat“ aus dem Backofen.


Wussten Sie, dass der weißliche Film auf der Schale die Früchte vor dem Austrocknen schützt? Waschen oder wischen Sie diesen so genannten Reif erst kurz vor dem Essen ab.


Essenzielles Zwetschgen-Mus

  1. 2,5 kg sehr reife Zwetschgen waschen, der Länge nach halbieren, den Kern entfernen, die Fruchthälften dann noch vierteln und auf einem tiefen Backblech verteilen.
  2. Ofen auf 140 Grad Heißluft einstellen und Blech ins Rohr schieben. Die Ofen-Tür mit einem Holz-Kochlöffel einen spaltbreit offen halten, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Manche moderne Backöfen heizen nicht, sobald die Türe geöffnet ist. Dann einfach zwischendurch öfters die Türe öffnen, um die Feuchtigkeit rauszulassen
  3. Lassen Sie die Früchte insgesamt ca. 2,5 Stunden brutzeln und rühren Sie nach einer und nach zwei Stunden um.
  4. Blech aus dem Ofen nehmen.
  5. Je nach Geschmack mit ½ Teelöffel Zimt und/oder einer Messerspitze Nelkenpulver würzen. Wer es weihnachtlich mag, legt von Beginn an ein oder zwei Anissterne auf’s Blech und entfernt diese vor dem Abfüllen.
  6. Wer es ohne Stücke mag, püriert das Mus.
  7. Zwetschgenmus noch heiß in saubere Gläser abfüllen.

Da Zwetschgen von Natur aus viel Pektin enthalten, brauchen Sie kein Geliermittel. Das Mus schmeckt übrigens ganz und gar nicht nach Powidl-Marmelade. Es passt vorzüglich als Brotaufstrich, im Müsli oder Porridge, zu Milchreis oder Eis und kann auch zu Fleischgerichten gereicht werden.

Gute Hygiene erhöht die Haltbarkeit

Nachdem beim essenziellen Zwetschgen-Mus kein Konservierungsmittel verwendet wird, ist sauberes Arbeiten das A und O.

Sterilisieren Sie die leeren Gläser bereits zuvor im Backrohr 10 Minuten bei 140°C. Danach natürlich nicht mehr innen anfassen. Kochen Sie die Deckel der Gläser 10 Minuten ab. Sterilisieren Sie die verschlossenen Gläser nach dem Einfüllen des Muses sicherheitshalber 20 Minuten bei 100 Grad im noch heißen Backrohr.

Einmal geöffnet gehören die Gläser in den Kühlschrank und sollten dann innerhalb von 2 Wochen leergelöffelt werden.

Gut ein Drittel weniger Kalorien wie als herkömmliche Powidl-Marmelade

Nachdem 2019 ja ein „Zwetschgenjahr“ sein soll und vielleicht auch bei Ihnen die Ernte überreichlich ausfällt, wird Sie freuen, dass das Zwetschgen-Mus eine sehr platzsparende Art der Haltmachung ist. Die 2,5 kg Zwetschgen ergaben in konzentrierter Form 4 kleine Gläser à 200 g.

Sie können aber damit nicht nur Platz, sondern auch jede Menge Kalorien sparen. Im Vergleich zu Powidl-Marmelade aus dem Supermarkt enthält das Zwetschgen-Mus um fast 40 % weniger Kalorien.

Während mit einem gegupften gehäuften Esslöffel Marmelade Powidl (35 g) etwa 80 Kilokalorien auf dem Brot landen, sind es beim essenziellen Zwetschgenmus nur rund 50.

Zwetschgen machen den Darm munter

Zwetschgen schmecken nicht nur herrlich, sondern haben auch für die Gesundheit einiges zu bieten:

  • Ihr Ballaststoffreichtum macht sie zu wahren Darmschmeichlern.
  • Die speziell in der Schale enthaltenen Flavonoide wirken antioxidativ und legen sich schützend um unsere Körperzellen, um vor krankmachenden freien Radikalen zu schützen.
  • Dank ihres hohen Kaliumgehalts sind Zwetschgen ein wichtiger Partner für die Herzgesundheit.
  • Wer Verdauungsprobleme auf natürlichem Weg lösen möchte, bekommt mit diesem Mus eine schnelle und wirksame Hilfe. Der hohe Sorbitanteil in Zwetschken (konzentriert in diesem Mus) bringt den müden Darm auf Trab.

Hände weg bei Unverträglichkeit gegen Fruktose oder Sorbit

Was für die einen ein Segen, ist für die anderen ein Fluch. Leider verträgt nicht jede/r Zwetschgen. Der hohe Sorbit- und Fruchtzuckeranteil kann all jenen zu schaffen machen, die eines von beiden nicht vertragen.

Zwetschge oder Pflaume?

Ob Zwetschge oder Pflaume ist nicht nur eine Frage dessen, ob man sich nördlich oder südlich des Weißwurst-Äquators aufhält. Es gibt hier gravierende Unterschiede in Bezug auf Farbe, Form, Konsistenz des Fruchtfleisches sowie Nährstoff- und Wassergehalt.

Den Unterschied zwischen den verschiedenen Steinfrüchten erklären Kolleginnen vom Bundeszentrum für Ernährung hier.

Unser essenzielles Resümee

Zwetschgen stecken voller guter Inhaltsstoffe, versüßen uns die Sommertage und halten vor allem den Darm auf Trab. Aufgrund des hohen Zuckergehalts vollreifer Früchte können sie ohne jegliche weitere Zuckerzugabe auf dem Blech eingekocht werden. Wir garantieren Ihnen, dass der Zucker in diesem Mus von niemandem vermisst wird. Im Gegenteil, jede/r freut sich über den damit abgesofteten Angriff auf Figur und Zähne.

Wenn Sie dieses Rezept ausprobieren freuen wir uns über Ihr Feedback unten bei den Kommentaren!

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