Gewichtiges

Der große Krapfen-Check – Wie viel Kalorien hat Ihr Lieblingskrapfen?

Krapfen

11.11., 11 Uhr 11 – der Beginn des Faschings: Damit starten wir in die alljährliche Krapfenzeit. Zugegeben, auch wir können ab und zu den flaumigen Germteigpölsterchen nicht widerstehen.

Nachdem im Netz zahlreiche Rezepte für Krapfen aus dem Backrohr kursieren, wollten wir den Test in zweierlei Hinsicht machen. Schmecken die Marillen-Krapfen aus dem Ofen auch nur annähernd so gut wie jene aus dem Fettbad? Und sind sie wirklich um so viel kalorienärmer, wie wir dachten?

Wir haben uns für diese Mission die Zutaten und Nährwerte von Marmelade-Krapfen großer Bäcker und Supermärkte näher angeschaut und mit „unseren“ Ofen-Krapfen verglichen. Das Ergebnis hat uns mehr als erstaunt…

Krapfen im Geschmackstest

Krapfentests gab‘s in den letzten Jahren schon ein paar. Katharina Seiser hat in ihrem Foodblog [1] genauso wie der Falstaff [2] kritische Gaumen mit zahlreichen Exemplaren konfrontiert – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Es zeigt sich einmal mehr: Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Wollen wir hier auch nicht.

Wir schauen den herrlichen „Berlinern“ – wie unsere deutschen Nachbarn sagen – einmal unter die Zuckerhaube und vergleichen die Zutaten samt den Nährwerten. Unsere Tabelle zeigt Ihnen die Angaben und Werte, die wir auf den Webseiten des jeweiligen Anbieters finden konnten.

Krapfen unter der essenziellen Lupe

Eines fällt auf: Kalorientechnisch gibt es bei  den frische Kandidaten vom Bäcker und verpackte aus dem Supermarkt doch einige Unterschiede. Da lohnt sich ein Vergleich sehr wohl, denn der Fettanteil beträgt pro 100 g zwischen 6 beim fettärmsten und 22 g beim Schwergewicht. Auch beim Zucker zeigen sich beträchtliche Unterschiede – zwischen 13 und 30 g pro 100 g ist alles dabei.

Bei der Bäckerei Mann sind wir laut Homepage auf einen Jourkrapfen gestoßen, welcher besonders für Kinder geeignet sei. Grundsätzlich löblich, doch warum muss es gerade dort fast die doppelte Menge Zucker pro 100 g rein?

Zusatzstoffe richtig interpretieren

Mehl, Germ (Hefe), Zucker, Milch, Butter, Eier, Marmelade. Das sind Zutaten, die Sie in einem Krapfen vermuten würden. Die Zutatenlisten auf verpackten Krapfen lesen sich da teils wie ein Chemiebuch.

Krapfen

  • Aroma
  • Emulgatoren
  • Konservierungsstoffe
  • Säuerungsmittel
  • modifizierte Stärke
  • Glucose-Fructose-Sirup

haben die meisten zusätzlich im Gebäck.

Dazu ist zu sagen: Wer einen flaumigen Krapfen aus dem Supermarktregal – vielleicht noch verpackt in Kunststoff-Folie – erwartet, muss ein paar Extra-Zusatzstoffe in Kauf nehmen. Wie sonst soll der Gaumenschmaus bei all der Logistik bis zum Kaffeekränzchen denn seinen „frischen“ Charakter bewahren? So sorgen Emulgatoren (sogenannte „Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren“) durch eine Reaktion mit Stärke dafür, dass diese das Wasser länger binden kann. Die Krapfen bleiben dadurch länger frisch und trocknen nicht so schnell aus.

Aromazusatz statt Rum und Zitronenschale

Fairerweise müssen wir zugeben, dass wir keine Großbäcker sind und die technologische Notwendigkeit aller Zusatzstoffe deshalb vielleicht nicht immer ganz richtig einschätzen können. Allerdings fragen wir uns vor allem bei Bäckern, die ihre Krapfen täglich frisch verkaufen, ob all die Zusätze wirklich nötig sind?

Sowohl in der Fruchtfülle wie auch im Teig greifen fast alle Hersteller in den Aromatopf. Warum das? Wir vermuten in der Fruchtfülle soll der typische Rumgeschmack imitiert und im Teig die fehlende Zitronenschale ersetzt werden. Fraglich ist ob das ein guter Krapfen wirklich braucht?

Der Konservierungsstoff Kaliumsorbat kommt bei fast allen Marmeladefüllungen zum Einsatz. Dieser gilt als gesundheitlich unbedenklich und wird vom Körper vollständig abgebaut.

Wundern Sie sich vielleicht, dass sogar in unserem home made-Produkt der Konservierungsstoff enthalten ist? Der Grund liegt in unserer selbst gemachten, zuckerreduzierten Marmelade. 2:1-Geliermittel enthält immer auch Kaliumsorbat, ansonsten würde die Marmelade mit so wenig Zucker schnell schimmlig werden. Wir nehmen den Konservierungsstoff zugunsten geringerer Zuckermenge aber in Kauf.

Erstaunlich! Krapfen aus dem Backrohr haben pro 100 g kaum weniger Kalorien

Sofern man allen Nährwertangaben der Krapfenhersteller Glauben schenken kann, dürfte die im Krapfen zurückbleibende Fettmenge vom Frittieren nicht mehr als ein Kaffeelöfferl betragen. Anders können wir uns den Unterschied zu unserem fettfrei gebackenen Ofen-Krapfen nicht erklären. Hier beschränkt sich die Fettzugabe auf ein wenig Butter im Teig. Wahrscheinlich punkten die Fritteusen der Großbäcker durch exakte Temperaturführung, wodurch so wenig Fett wie nur möglich am Krapfen verbleibt. Das freut sowohl uns als auch Ihre Figur!

Geschmacklich war unser Krapfen aus dem Backofen am selben Tag wirklich ein Genuss, wenn auch ein wenig anders von der Konsistenz. Leider wa er aber so gut, dass man gleich zwei davon zum Nachmittagskaffee verputzen musste – sie waren aber auch wesentlich kleiner als die vom Bäcker 😉

Die Krapfengröße und damit die Kalorien pro Stück hat man beim Selberbacken auch selbst in der Hand. Das spricht natürlich für die home made-Variante.

Krapfen Nährwerte

Quelle: Webseiten der verschiedenen Hersteller, Produktetiketten

Unsere 5 Tipps für gesundheitsbewussten Krapfengenuss

  1. Am besten nehmen Sie Ihren Lieblingskrapfen anhand unserer Tabelle einmal unter die Nährstofflupe und weichen gegebenenfalls beim nächsten Mal auf ein schlankeres Exemplar aus.
  2. Wenn Sie Krapfen für die ganze Familie (inkl. Kindern) kaufen, wählen Sie solche ohne Alkohol-Zutat (siehe Tabelle).
  3. Genießen Sie 1 (!) Krapfen nach einer winterlichen Suppe statt Hauptspeise/Dessert. Oder Sie verspeisen ihn genüsslich zum Nachmittagskaffee und bleiben beim Mittagessen dafür eher beim großen Salatteller.
  4. Grundsätzlich ist ein Krapfen zwar kein optimales Frühstück. Wenn Sie aber doch am 11.11. oder am Faschingsdienstag frühmorgens dem verführerischen Duft nicht widerstehen können: Ein Marmelade-Krapfen belastet Ihr Kalorienkonto weniger als ein Schokocroissant.
  5. Auch wenn es noch so hochwertig klingt – die Verwendung von Dinkelmehl macht aus dem Krapfen trotzdem keine gesündere Mehlspeise.

Krapfen aus dem BackrohrUnser essenzielles Resümee

Natürlich ist ein Krapfen kein Diätessen, aber lassen Sie sich im Fasching ab und zu von seiner flaumigen Konsistenz verführen. 4-6 Vanillekipferl spielen übrigens bereits in einer ähnlichen Kalorien-Liga. Nachdem ein Backofen-Krapfen kalorientechnisch pro 100 g kaum Vorteile bringt, haben wir für uns entschieden, dass sich der Aufwand nicht unbedingt lohnt. Als willkommene Auszeit im Bürostress darf ein Marmelade-Krapfen mit gutem Gewissen weiterhin ab und zu auf unseren Teller.


essenzielle Krapfen aus dem Backrohr

330 g griffiges Mehl
50 g Zucker
4 g (1/2 P.) Trockenhefe
150 ml lauwarme Milch
35 g flüssige Butter
2 Eigelb
etwas abgeriebene Zitronenschale oder etwas Vanille
Marillenmarmelade
flüssige Butter zum Bepinseln

Alle Zutaten außer der Butter vermischen und ca. 5 Minuten in einer Küchenmaschine kneten. Erst dann die Butter dazugeben und weitere 3 Minuten kneten bis ein glatter Teig entstanden ist, der sich sehr gut von der Schüssel löst.

90 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Aus dem Teig 8-11 Krapfen formen, rundwirken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, mit einem Geschirrtuch bedecken und weitere 40 Minuten gehen lassen.  (Wir haben 10 Stück daraus gebacken – das ist auch die Basis für unsere Nährwertberechnung pro Stück)

Im vorgeheizten Backofen bei 200° C bei Ober-/Unterhitze 12–15 Minuten backen, bis die Krapfen goldbraun sind. Kurz abkühlen lassen und mit einer Dessert-Spritze mit der Marmelade füllen. Abschließend mit etwas flüssiger Butter bepinseln und mit Zucker bestreuen.

 


Vielleicht interessiert Sie auch unser zweiter Artikel zum Thema Faschingskrapfen, dann lesen Sie hier weiter.

Gefällt Ihnen unser Krapfen-Check? Dann würden wir uns über eine Weiter-Empfehlung dieses Blog-Artikels sehr freuen!

 

 

 

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2 Kommentare

  • Antworten
    Jb
    16. November 2017 at 16:33

    Endlich mal Licht im krapfenwaldl! Sehr informativ und der nächste biss in EINEN Krapfen wird gewissenberuhigt münden! Danke

    • essenzielles
      Antworten
      essenzielles
      17. November 2017 at 11:02

      Vielen Dank für das Lob! Wir hoffen, dass andere das genauso sehen 🙂

Wir freuen uns hier über Ihren Kommentar

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