Nützlich bei Gicht: Wenig bekannte Ernährungstipps, die helfen

Von essenzielles
essenzielles_Gicht_Kirschen

Gicht ist die Folge von zu viel Harnsäure im Blut – entweder aufgrund erblicher Veranlagung oder eines zu ausschweifenden Lebensstils. Wie die Ernährung den Verlauf beeinflussen kann, beleuchten wir in diesem Blogartikel. Dabei sind wir auf ein völlig natürliches, aber kaum bekanntes Mittel gestoßen, das effektiv helfen kann.

Hatten Sie schon einmal einen Gichtanfall? Wir zum Glück nicht. Aber unsere beiden Väter werden zufällig beide vom „Zipperlein“, wie die Krankheit früher genannt wurde, geplagt. Unsere beiden Super-Daddys sind normalerweise nicht gerade zimperlich. Angesichts deren Schilderung der Folterqualen darf dieser Kelch gerne an uns vorüber gehen. Jedenfalls ist das familiäre Leid Grund genug, uns eingehender mit Gicht zu beschäftigen.

Gene und Lebensstil als Ursache der Gicht

Einst als eine Krankheit der Reichen bezeichnet, wurde Gicht in früheren Jahren ausschließlich auf deren ausschweifenden Lebensstil zurückgeführt. Heute weiß man, dass Gicht kein reines Ernährungsthema ist. Ursache der Gicht ist meist eine angeborene Störung des Harnsäurestoffwechsels. Es wird entweder zu viel Harnsäure gebildet oder zu wenig über die Niere ausgeschieden. Der Spiegel im Blut ist permanent zu hoch. Männer sind übrigens drei- bis viermal häufiger betroffen als Frauen. Die Betroffenen werden außerdem immer jünger.

Wie kommt es zu einem Gichtanfall?

Ab einer bestimmten Harnsäure-Konzentration im Blut kristallisiert diese und lagert sich mit der Zeit in den Gelenken ab. Das umliegende Gewebe wird durch diese spitzen und scharfkantigen Kristalle gereizt und es entzündet sich chronisch.

Ein akuter Gichtanfall, der übrigens meist nachts auftritt, geht mit starken Gelenksschmerzen einher. Das Gelenk ist geschwollen, stark gerötet, heiß und druckempfindlich. Am häufigsten ist das Großzehengelenk betroffen, danach folgen Füße, Knie, Hände (nur sehr selten). Gicht ist jedoch keine reine Gelenkserkrankung. Ein ständig erhöhter Harnsäurespiegel kann außerdem zu erhöhten Blutdruckwerten führen. Das erhöht langfristig das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall [1].

Nach einem Gichtanfall sollte der Zielwert für Harnsäure im Blut bei < 5 mg/dl liegen.

essenzielles_Gicht_Symptome

Quelle: https://www.scientificanimations.com/wiki-images/

Ernährungsumstellung ist bei Gicht essenziell

Entgegen früheren medizinischen Empfehlungen ist keine spezielle Gicht-Diät nötig. Wohl gilt es ein paar wichtige Regeln einzuhalten.

Purinreiche Ernährung, Übergewicht, strenge Fastenkuren und manche Medikamente können die Harnsäureausscheidung behindern und damit Gicht begünstigen.


Was sind Purine und was haben sie mit Gicht zu tun?

Purine kommen in jeder Zelle vor – so auch in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Sie sind für die Erbsubstanz und den Aufbau neuer Zellen notwendig. Werden Purine aus der Nahrung verstoffwechselt, entsteht Harnsäure.


Das sollten Sie bei erhöhten Harnsäurewerten besser meiden

1. Innereien
Leber, Nieren, Bries, Beuschel und Co streichen Sie tunlichst vom Speiseplan. Darin verstecken sich die allergrößten Purinmengen.

2. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte
Sie sind ebenfalls purinreich und kurbeln den Harnsäurespiegel in die Höhe. 1- bis 2-Mal pro Woche dürfen sie aber in moderaten Mengen (100 g pro Portion) auf Ihren Teller. Bei Huhn, Ente und Pute entfernen Sie am besten die besonders purinreiche Haut.

essenzielles_Gicht_LachsGreifen Sie bei Fisch zu Sorten mit einem hohen Anteil an entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren (z. B. Lachs, Hering, Makrele). Tafelspitz ist besser als Steak, denn die Zubereitung hat einen Einfluss auf den Puringehalt. Purine gehen beim Kochen in das Kochwasser über. Beim Braten geht Wasser verloren und der Gehalt konzentriert sich. Die Suppe vom Tafelspitz sollten Sie dafür anderen überlassen.

Apropos Suppe: Steigen Sie bei der Suppenbasis auf gekörnte Gemüsebrühe ohne Hefezusatz um. Fertige Beutelsuppen oder Suppen aus der Gastronomie bitte meiden. Damit entlasten Sie Ihre Gelenke enorm.

essenzielles_Gicht_Gemüsesuppe3. Alkohol, speziell Bier
Alkohol ist gleich zweifach schlecht – er fördert die Bildung von Harnsäure und hemmt ihre Ausscheidung über die Nieren. Bier enthält nicht nur Alkohol, sondern ist aufgrund der Hefe zudem purinreich. Übrigens auch alkoholfreies. Hefeweizen – wie der Name schon sagt – enthält besonders viel Hefe und ist daher die denkbar schlechteste Wahl.

Versuchen Sie, Ihren täglichen Alkoholkonsum so gut es geht zu beschränken. Ein Gläschen trockener Weißwein ist dabei auf jeden Fall dem Bier vorzuziehen. Um keinen Gichtanfall zu provozieren wäre es gut, wenn Sie bei ohnehin schon purinreichen Mahlzeiten (z. B. bei einem Grillabend) gänzlich auf Alkohol verzichten könnten.

essenzielles_Gicht_Bier versus Wein4. Smoothies und Fruchtsäfte
Obst zum Trinken enthält zwar keine Purine, dafür sind sie so richtige Fruchtzuckerbomben. Fruchtzucker (Fruktose) ist ein Gichtförderer, denn er steigert die körpereigene Purinbildung und behindert die Harnsäureausscheidung. Bis zu zwei Stück gegessenes Obst pro Tag sind aber okay. Hier nimmt der Körper den Fruchtzucker langsamer auf als bei Smoothies oder Fruchtsäften.

essenzielles_Gicht_smothies5. Süßigkeiten
Essen wir kohlenhydrat- bzw. zuckerreiche Lebensmittel, steigt der Blutzuckerspiegel schnell und stark an. In der Folge schüttet der Körper das Hormon Insulin aus, um den Zucker aus dem Blut in die Zelle zu schleusen. Da Insulin die Harnsäureausscheidung hemmt, können Schokoriegel, Kekse, Limonaden, Mehlspeisen einen Gichtanfall provozieren.


Erbsen, Bohnen und Linsen enthalten ebenfalls Kohlenhydrate und daneben auch viele Purine. Allerdings erhöhen diese pflanzlichen Lebensmittel das Gichtrisiko trotzdem nicht und können 1-2x pro Woche in den Speiseplan eingebaut werden. Dies geht aus einer im renommierten New England Journal of Medicine publizierten Arbeit hervor [2].


Eine umfassende und sehr übersichtliche Tabelle zu Harnsäure- und Purinwerten von Lebensmitteln (sortiert nach Gruppen) finden Sie auf dem Blog Gichtinfo.de.

5 Tipps, die gegen Ihre Gicht helfen

1. Normalgewicht ansteuern, aber nicht fasten
Wird Übergewicht langsam abgebaut, stehen die Chancen besonders gut, dass das Sternchen im Blutbefund beim Harnsäurewert verschwindet. Aber bitte lassen Sie sich dabei wirklich Zeit. Mit Crashkuren erreichen Sie genau das Gegenteil. Extreme Fastenkuren (z. B. Nullfasten) führen so gut wie immer zum Abbau von Muskelzellen, wobei Purine freigesetzt werden. Dauerhaft werden Sie sich damit ohnehin nicht schlank. Das ist auch in unserem Artikel Muskelschwund statt Bodyforming – Was totales Fasten im Körper bewirkt nachzulesen. Viel besser: Steuern Sie langsam und langfristig Ihren Speisealltag in Richtung „gesund“.


Was ist mit Intervallfasten?

Beim 16:8 Intervallfasten wird die Nahrungszufuhr nicht derart stark eingeschränkt. Wertvolle Muskelmasse bleibt daher erhalten. Vorausgesetzt natürlich, der Speiseplan ist durchdacht zusammengestellt. Näheres dazu können Sie in unserem Beitrag Abnehmen mit Intervallfasten: Vermeiden Sie diese 7 Fehler nachlesen.


2. Viel Wasser trinken
Je mehr Sie trinken, desto mehr Flüssigkeit steht den Nieren zur Verfügung, um Harnsäure ausspülen zu können. Trinken Sie daher besonders jetzt im Sommer täglich 2-2,5 Liter. Mineral- oder Leitungswasser sowie ungesüßter Kräuter-Tee sind uneingeschränkt empfehlenswert. Limos, Fruchtsäfte oder Alkohol sollten aus oben genannten Gründen nicht ins Glas kommen.

essenzielles_Gicht_Trinken3. Regelmäßig Kaffee genießen
Man weiß zwar noch nicht warum, aber anscheinend vermindert Kaffee den Harnsäurespiegel und das Gichtrisiko [3]. Es wird vermutet, dass sekundäre Pflanzenstoffe im Kaffee dafür verantwortlich sind. Wer seinen Kaffee mit Milch trinkt, sorgt gleich doppelt vor, wie Sie im nächsten Punkt erfahren werden.

4. Milchprodukte schlemmen
Milch, Joghurt, Käse und Co sind gleich in zweifacher Hinsicht essenziell für Gichtgeplagte. Nachdem Fleisch und Fisch ja nur in sehr kleinen Mengen empfehlenswert sind, liefern hauptsächlich Naturjoghurt, Milch, Käse und Cottage-Cheese wertvolles Eiweiß. Außerdem senken sie Studien zufolge Harnsäurewerte und Gichtrisiko [4, 5].

essenzielles_Gicht_Milchkaffee 5. Weichseln (= Sauerkirschen) genießen
Bei der letzten Gichtattacke einer unserer Väter wurden wir in die Apotheke geschickt, um Sauerkirschsaft-Konzentrat (Cherry PLUS) zu besorgen. Wird dieses doch in der Werbung zur „therapiebegleitenden Anwendung in der Gichttherapie“ empfohlen. Wer uns kennt weiß, dass wir uns auf keine Werbeslogans verlassen. Grundsätzlich klang dieser nicht-medikamentöse Ansatz für uns natürlich höchst interessant, zumal der Saft zu 100 % aus Weichseln besteht.

esenzielles_Gicht_2 KirschenAlso sind wir der Frage nachgegangen, welche Rolle Weichseln bei der Behandlung von Gicht tatsächlich spielen. Ein paar interessante Studien zum Einfluss der Sauerkirschen auf Harnsäurewerte bzw. Gicht haben wir gefunden. Darin werden Weichseln gleich mehrere, für Gichtpatienten interessante Wirkungen attestiert [6, 7, 8, 9], die sehr wahrscheinlich auf die farbgebenden Anthocyane zurückgeführt werden können.


Weichseln/Sauerkirschen…

…wirken entzündungshemmend.
…fördern die Harnsäureausscheidung über die Niere, wodurch der Harnsäurespiegel gesenkt werden kann.
…senken den Insulinspiegel.


Das hat uns überzeugt, zumal es sich bei Sauerkirschenkonzentrat um etwas völlig Natürliches und nicht um ein Medikament handelt. Nebenwirkungen sind also auch langfristig keine zu befürchten. Das Konzentrat können Sie ganz einfach mit (Soda)Wasser verdünnt trinken. Es hat eine fruchtige Kirschnote. Um noch mehr Abwechslung in den Trinkalltag zu bringen, haben wir zwei Rezepte mit dem Cherry-Konzentrat aus der Apotheke für alkohol- und zuckerfreie Sommermix-Getränke entwickelt. So können Gicht-Geplagte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: wohltuenden Weichsel-Extrakt und mehr Flüssigkeit tanken.

Unsere Cocktail-Kreationen mit Cherry PLUS

Cherry Kiss

  • 30 ml Cherry PLUS Konzentrat
  • 1 kleines Stück Ingwer (ca. 2×2 cm)
  • 3 EL Leitungswasser
  • 250 ml Mineralwasser oder Sodawasser
  • Eiswürfel
  • Deko: 1 Scheibe Limette, 1 Zweig Rosmarin

Ingwer schälen und mit einer Zestenreibe sehr fein reiben. Geriebenen Ingwer, Cherry PLUS Konzentrat und Leitungswasser mischen und dann durch ein Sieb streichen. Den Saft in einem Cocktailglas auffangen, Eiswürfel dazugeben und vorsichtig mit Mineralwasser auffüllen, sodass der Saft am Boden den Glases bleibt. Mit einer Limettenscheibe und einem Zweig Rosmarin dekorieren und servieren. Vor dem Genießen umrühren.

essenzielles_Gicht_Cherry Kiss Cherry Lady  – unser Favorit 😉

  • 30 ml Cherry PLUS Konzentrat
  • 250 ml laktosefreie Buttermilch
  • 125 ml Mineralwasser
  • Deko: frische Minze

Cherry PLUS Konzentrat und Buttermilch in einem Messbecher vermengen, mit Mineralwasser aufspritzen. In ein Glas umfüllen, dekorieren und genießen. Um zusätzlichen Zucker einzusparen, nehmen Sie laktosefreie Buttermilch. Die schmeckt aufgrund des gespaltenen Milchzuckers leicht süßlich. Von Birkenzucker oder ähnlichem raten wir ab. Warum? Das können Sie in unserem Blogartikel Birkenzucker, Reissirup & Co – wie gesund ist Zuckerersatz wirklich? nachlesen.

Lust bekommen? Um Ihnen den Weg in die Apotheke zu ersparen, finden Sie hier einen Link zum Online-Shop des Herstellers. Weitere Informationen über Cherry PLUS finden Sie hier.

Unser essenzielles Resümee

Im Kampf gegen erhöhte Harnsäurewerte und Gicht macht es Sinn, den Konsum von Fleisch, Fisch und Alkohol einzuschränken. Dennoch brauchen Gichtgeplagte den Kopf nicht hängen zu lassen. Die Liste der „erlaubten“ Lebensmittel ist viel länger als jene der „verbotenen“. Denn neben Milch- darf auch bei Getreideprodukten und Gemüse (mit Ausnahme von ganz wenigen Sorten) hemmungslos geschlemmt werden.

Wer seinen Essalltag umstellt und überschüssige Kilos abbaut kann Medikamente stark einschränken oder sogar gänzlich darauf verzichten. Der regelmäßige Genuss von Weichselsaft-Konzentrat kann die Maßnahmen sinnvoll ergänzen.

Dieser Artikel entstand in freundlicher Kooperation mit Cellavent. Weitere Informationen über diesen Hersteller finden Sie hier.

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7 Kommentare

Martin 19. Juni 2020 - 8:51

Sehr interessanter Beitrag. Werde das mal an meinen Super-Daddy weiterleiten! Hoffentlich hilft es ihm auch so gut.

Antworten
essenzielles 19. Juni 2020 - 9:01

Danke und alles Gute für deinen Super-Daddy! 😉

Antworten
Patricia 19. Juni 2020 - 10:23

Toller Beitrag 🙂 meine Schwester leidet auch unter Gicht, Sie nimmt zur Linderung Cherry Plus, was Ihr gut hilft.

Antworten
essenzielles 19. Juni 2020 - 10:26

Fein, Patricia, dann ist unser Artikel ja eine tolle Bestätigung für Ihre Schwester. Alles Gute weiterhin!

Antworten
Peter 21. Juni 2020 - 18:43

Der Artikel ist meiner Meinung nach gut recherchiert.
Für mich war besonders interessant, dass im Wein direkt kein Purin enthalten ist.
Dafür im Bier umso mehr! Bei manchen alkoholfreien Bieren ist angeblich 2,5-mal so viel Purin wie im normalen Bier.
Warum ist das so?
Das mit dem Kirschensaft war für mich auch neu und sehr interessant.

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essenzielles 22. Juni 2020 - 10:21

Hallo Peter,
es freut uns, dass unser Artikel gefällt. Bier, egal ob mit oder ohne Alkohol, hat aufgrund seines Gehaltes an Hefe einen hohen Puringehalt. Je mehr Hefe, desto mehr Purine. Am besten greifen Sie also bei alkoholfreiem Bier eher nicht zu den hefetrüben/naturtrüben bzw. Weißbieren. Die enthalten besonders viel Purine. Alles Gute weiterhin.

Antworten
Charlotte 24. Juni 2020 - 15:26

Hey! Ein anderer Punkt bei Gicht ist ja auch der Fructose-Gehalt und gerade so alkoholfreie Bier-Mischgetränke enthalten gerne mal viel Zucker… übrigens auch nicht so toll bei Diabetes. Aus eigener Erfahrung mit meiner Oma, die an Gicht leidet, kann ich statt dem Konzentrat übrigens die Cherry Plus Kapseln empfehlen. Die helfen ihr wunderbar. Vorher hatte sie Gicht im Fuß und im Knie.
Die Rezepte klingen aber auch super, vielleicht bringe ich ihr mal so eine Kirsch-Buttermilch mit =)

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