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Fragwürdiger Genuss – Vegane Krapfen im essenziellen Check

Krapfen

Wie wird ein Krapfen ohne Eier und Milch flaumig? Welche Zutaten stecken in einem veganen Krapfen und wie viele Zusatzstoffe müssen Sie in Kauf nehmen? Wir haben drei vegane und einen glutenfreien Krapfen unter die essenzielle Lupe genommen.

Einen Krapfen in Ehren kann im Fasching niemand verwehren

Wir haben uns bereits zweimal diesem herrlichen Germteig-Marillen-Traum gewidmet, weil wir selbst gerne in einen flaumiges Exemplar beißen. Unser allererster Blogbeitrag „Der große Krapfencheck – wie viel Kalorien hat Ihr Lieblingskrapfen?“ und unser essenzielles Backofen-Krapfen-Rezept haben schon damals viele Freunde gefunden. Ein Jahr später erschien „Essenzieller Krapfentest reloaded“ und bis heute hat sich an den Nährwerten bei handelsüblichen Krapfen kaum etwas geändert. Diesmal geht es um rein pflanzliche Exemplare, denn auch Veganer möchten ab und zu gerne in die österreichische Version des Donuts beißen.

KrapfenSie haben die Wahl: Zusatzstoffe oder „Reinheitsgebot“

Vegane Krapfen sind offensichtlich nicht so einfach zu backen. Gilt es doch Eier, Milch und Butter zu ersetzen. Wir haben nur drei Produkte gefunden, die unterschiedlicher nicht sein könnten – sich aber alle als „vegane“ Krapfen ausgeben. Alle Nährwerte laut Herstellerangaben und gerundet.

Veganer Krapfen von Ankerbrot: 90 g-Stück mit 271 kcal, 7 g Fett und 17 g Zucker. Die knapp 30 (!) Zutaten lesen sich wie das who-is-who der E-Nummern-Liste. Alleine die Marmelade „braucht“ Säureregulatoren, Stabilisatoren und sogar Aromen. Statt Butter kommen Sonnenblumen- und Rapsöl (teils gehärtet) sowie Kokosfett zum Zug. Fluffig sollte der Teig offensichtlich mit Weizenquellmehl, Sojamehl und Kartoffelflocken werden. Nachgeholfen wird auch im Teig mit Aromazusatz. Wir fragen uns: Muss das wirklich sein?

Unser Geschmacksurteil: Sorry, aber ein absolutes no-go! Schmeckt künstlich, trocken – fast hart. Die Marillenmarmelade verdient ihren Namen nicht und war nur ein süßes Etwas. Bei aller Pflanzenliebe, diesen Krapfen brauchen wir kein zweites Mal.

Vrapfen – erhältlich bei Billa und Merkur (erzeugt von Kuchen-Peter GmbH): 70 g-Stück mit 228 kcal, 7 g Fett und 18 g Zucker. Statt Butter wird Raps- und Sonnenblumenöl verwendet. Flaumigkeit und Geschmack erreicht man unter anderem mit Kartoffelflocken, Weizenmalz, -gluten und -fasern. Nachgeholfen wird mit Aromen.

Unser Geschmacksurteil: Wenn man es nicht wüsste, könnte dieser vegane Krapfen fast als Original durchgehen. Die Flaumigkeit war OK, wenn auch nicht überragend, die Marmelade für unseren Geschmack zu süß.

Veganer Bio-Krapfen von Waldherr: Zu diesem (größten) Exemplar sind leider keine Nährwerte auf der Homepage ausgewiesen. Wie vermuten eine beträchtliche Fettmenge, denn das Papiersackerl hatte nach kürzester Zeit einen riesigen Fettfleck. Der Krapfen punktet mit der kürzesten Zutatenliste. Neben Mehl und Zucker kommt der Teig mit Hefe, Sonnenblumenöl, Wasser und Gewürzen sowie einem Schuss Rum aus. Geht doch!

Unser Geschmacksurteil: Herrlich flaumig innen und außen sogar etwas knusprig. Hier schmeckte auch die Marmelade wirklich nach ehrlicher Marille. Ein echter Genuss und damit eindeutiger Geschmackssieger.

Vegane Krapfen

Vegane Krapfen Glutenfreier Krapfen – wenn‘s unbedingt sein muss…

Eigentlich wollten wir ja nur über vegane Krapfen schreiben. Da die Auswahl aber etwas bescheiden ausgefallen ist, haben wir uns auch noch den glutenfreien Krapfen von resch&frisch näher angesehen.

Vegane KrapfenTja, es ist schon ein Dilemma wenn das Mehl als Hauptzutat ersetzt werden muss. Ob das Imitat aus Weizenstärke, Reismehl, Sojamehl, Flohsamenschalen und Hydroxypropylmethylcellulose wirklich dem Geschmackstest standhält, sei dahingestellt.

Der Glukose-Fruktose-Sirup, der genau wie bei Anker statt Zucker zum Süßen der Marmelade verwendet wird, ist uns ein Dorn im Auge. Dieser Krapfen ist zudem der einzige mit Palmfett – ebenfalls ein Minuspunkt. Der stattliche 120 g-Krapfen enthält übrigens 353 kcal, 12 g Fett und 16 g Zucker. Leider konnten wir den Krapfen nicht verkosten, weil er in der hiesigen Resch&Frisch-Filiale nicht vorrätig war.

Unser essenzielles Resümee

Es zeigt sich einmal mehr, dass vegane Krapfen oft eine Vielzahl an Zusatzstoffen erfordern, um annähernd an das nicht-vegane Original heranzukommen. Ein ehrlicher Krapfen aus österreichischem Bio-Weizenmehl am besten mit Bio-Eiern und Bio-Butter gemacht, ist uns persönlich am allerliebsten.

In diesem Sinn: Lassen Sie sich am Faschingsdienstag Ihren ganz persönlichen Lieblingskrapfen schmecken. Wir gehen jetzt Krapfen backen – nach essenziellem Rezept, versteht sich 😉

Möchten Sie es uns gleichtun? Hier geht’s zum Rezept essenzieller Krapfen aus dem Backrohr.

Krapfen

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